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Auch dies geht vorbei

Von Bäumen verwachsener Waldweg, ein Licht am Ende des Wald-Tunnels

Ich möchte euch heute eine kleine buddhistische Geschichte aus Ajahn Brahms Buch Die Kuh, die weinte vorstellen. Sie hilft mir persönlich in der aktuellen Zeit immer wieder, mich darauf zu besinnen, dass alle Dinge – die angenehmen ebenso wie die unangenehmen – nicht von Dauer sind, sondern auch wieder vergehen. Sie unterliegen – so wie alles in der Natur – der permanenten Veränderung.
Es ist nur eine Frage der Zeit. Je öfter wir uns das ins Bewusstsein rufen, desto leichter lassen sich auch die scheinbar „unerträglichen“ Situationen genauso wie die Sorge und verschiedene Ängste im Moment mit mehr Gelassenheit ertragen.

Auch dies geht vorbei

„Eine der unbezahlbaren Lehren, die Depressionen entgegenwirken, ist gleichzeitig eine der einfachsten. Allerdings aufgepasst: Lehren, die einfach erscheinen, kann man sehr leicht missverstehen. Wir können die folgende Geschichte nur dann begreifen, wenn wir tatsächlich von Depressionen befreit sind.

Der neue Häftling im Gefängnis war voller Angst und sehr deprimiert. Die steinernen Wände seiner Zelle saugten jegliche Wärme auf, die harten Eisengitter höhnten dem Mitgefühl, der Klang aufeinander prallenden Stahls ließ erahnen, hinter wie vielen Toren die Hoffnung weggeschlossen wurde. Das Herz des Gefangenen war schwer, denn er hatte viele Jahre abzusitzen. Am Kopfende seines Lagers entdeckte er folgende Worte in die Wand geritzt: AUCH DIES GEHT VORBEI.

Dieser Satz half ihm durch diese schwierige Zeit, genau wie er wahrscheinlich dem Häftling vor ihm Mut gegeben hatte. Ganz gleich, wie schlimm es wurde. Er sah dann auf die Inschrift und dachte daran: „Auch dies geht vorbei.“ Am Tag seiner Entlassung erkannte er die tiefe Wahrheit hinter diesen Worten. Er hatte seine Strafe abgesessen. Auch die Zeit im Gefängnis war tatsächlich vorbeigegangen.

Als er wieder ins normale Leben zurückkehrte, dachte er oft an diese Botschaft. Er schrieb sie auf Fetzen Papier, die er an seinem Bett, in seinem Auto und in der Arbeit deponierte. Sogar in ganz schlechten Zeiten erfasst ihn nie wieder eine Depression. Er entsann sich in scheinbar aussichtslosen Lagen immer der Worte: „Auch dies geht vorbei“ und kämpfte sich durch. Die schlechten Zeiten schienen nie sehr lang zu dauern. Wenn gute Zeiten anbrachen, genoss er sie, aber nie allzu sorglos. Er entsann sich der Worte: „Auch dies geht vorbei“ und arbeitete hart an seinem Leben, ohne auch nur das Geringste als selbstverständlich hinzunehmen. Die guten Zeiten schienen immer ungewöhnlich lange anzudauern.

Dann wurde bei ihm Krebs diagnostiziert. „Auch dies geht vorbei“ gab ihm Hoffnung. Hoffnung gab ihm Kraft und die positive Einstellung, die Krankheit zu besiegen. Eines Tages bestätigte der Facharzt, dass „der Krebs vorbeigegangen war“.

Am Ende seines Lebens flüsterte er seinen Liebsten zu: „Auch dies geht vorbei“, und er fand einen ruhigen Tod. Seine Worte waren der letzte Liebesdienst für Familie und Freunde. Sie hatten von ihm gelernt: „Auch die Trauer geht vorbei“.

Depressionen sind ein Gefängnis, in das viele von uns eingeschlossen sind. „Auch dies geht vorbei“, hilft uns. Und dieser Satz sorgt zudem dafür, dass wir eine der großen Ursachen von Depressionen meiden und die guten Zeiten nicht zu selbstverständlich hinnehmen.“

Eine gute Zeit, möglichst frei von Angst, Sorge und Depression wünscht euch herzlich,
Sabine Barta

 

Foto: Eerik Sandstrom/Unsplash, Ausschnitt

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